Die Totholzhecke

Die Totholzhecke

Eine Hecke mal ganz anders. Dem Namen nach tot, aber trotzdem voller Leben. Ihr zweiter Name, Benjeshecke, klingt doch gleich viel ansprechender.

Namensgeber

Der Name Benjes kommt von zwei Brüdern, die in den 80igern diese Art von Hecke bekannt gemacht haben. Vor Jahren habe ich das mal irgendwo gelesen und gedacht: Warum nicht mal probieren? Heute bin ich froh darüber – seit vier Jahren perfekt für die Natur und somit auch für mich.

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Ausgangspunkt war für mich die Frage: Wohin mit meiner alten Hecke?  Um eine neue zu pflanzen, musste die ausgekahlte Thujahecke samt Wurzeln entsorgt werden. Eine Entsorgung auf der Gründeponie? Für so viel Geäst zu aufwendig. Die Lösung für mich – diese ganz besondere Hecke!

So entsteht die Benjeshecke

Einfach gesagt: Alles was im Garten an alten Ästen, Stämmen und Reisig anfällt, wird aufeinander geschichtet. Und damit das Ganze stabil wird und nicht umfällt, werden in gewissem Abstand Holzstäbe oder kräftige Ästen senkrecht eingeschlagen. Das hält die Hecke von beiden Seiten in der Spur. Fertig!
Wie breit die Hecke wird, entscheiden Sie je nach Platz. Ich sag mal einen Meter breit, wäre schon gut. Die Länge der Benjeshecke ist hingegen egal. Bei der Höhe liegt es auch ganz an Ihnen – bei mir ist sie so 1,50m hoch.

Aber wie geht das genau?

Stecken sie die Länge und Breite der Hecke nach Ihren Wünschen ab, das geht gut mit einer Schnur, damit es nicht krumm und schief wird. Dann schlagen Sie einfach alle Meter einen geraden Ast oder einen dicken Stock mit der entsprechenden Länge senkrecht in den Boden. Achten Sie dabei darauf, dass die Äste und Stöcke tief genug im Boden halten – denn sie sorgen für die Stabilität der ganzen Hecke! Und je länger die Äste und Pfosten sind, desto höher kann die Hecke sein. Haben Sie alle Stützen reingehauen, ist das meiste schon gemacht. Dann füllen Sie in Längsrichtung das Innere auf. Ich hab die stärksten Äste und Stämme, die ich schon gelagert hatte als Grund reingelegt und dann einfach immer mit Reisig und Baumschnitt aufgefüllt. Mit der Zeit sackt die Benjeshecke aufgrund der Verrottung immer ein Stück weiter in sich zusammen – da können Sie also jederzeit ganz unkompliziert wieder nachfüllen!

Die Vorteile der Benjeshecke

Durch die langsame Zersetzung bildet sich mit der Zeit Humus und so können an den Hecken wunderbare Biotope entstehen – mit Stauden und Wildblumen und allem, was so anfliegt und sich wohlfühlt. Außerdem finden hier viele Tiere eine neue Heimat und Unterschlupf. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen – Vögel wie Rotkehlchen, kleine Jäger wie das Mauswiesel, Igel, verschiedene Käfer, Wildbienen, Ringelnattern, Eidechsen – es wimmelt nur so von Leben in und um so eine Hecke. Viele Lebewesen finden hier Nahrung und werden auch selbst von anderen gefressen – es entsteht also ein richtiger Kosmos. Kleiner Tipp dazu noch von mir: Wenn Sie Holz und Äste reinstapeln, auch gleich am Boden, lassen Sie ab und zu mal einen Spalt Luft. Mal kleiner, mal größer. Damit schaffen Sie kleine Höhlen, die gerne von vielen Tieren angenommen werden.

Viel Mehrwert

So eine Hecke schafft natürlich Schutz vor neugierigen Blicken, zugige Ecken sind kein Thema mehr und kostengünstiger und einfacher in der Herstellung geht es nicht. Übrigens sind auch immergüne Hecken für den einfachen und schönen Sichtschutz eine gute Idee. Ich bin total überzeugt, renne auch immer wie ein Prediger rum und sage: Warum so ein Maschendrahtzaun oder Betonklotz als Abgrenzung vom Grundstück? Macht doch was aus der Natur und das muss auch nicht aussehen wie Kraut und Rüben!

Übrigens sind solche Benjeshecken eigentlich nichts Neues. Ganz früher haben die Bauern an ihren Feldern solche Totholzbegrenzungen angelegt. Nicht nur, um abzugrenzen. Man hat gemerkt, dass weniger Schädlinge aufgetreten sind und vieles besser gewachsen ist. Der Grund ist einleuchtend: Viele Nützlinge wie Ohrenkneifer, Raubwespen oder Florfliegen haben ihr Revier gefunden und von hier aus gehts dann auf die Jagd ins Feld.

Jens May

<a href="https://www.gartenmayster.de/meine-leidenschaft"><strong>Den Grünen Daumen haben Sie, Sie müssen ihn nur benutzen.</strong></a> Ihr Jens May

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