Igel, Eidechse & Co

Igel, Eidechse & Co

Wie schaffe ich mit einfachen Mitteln und ohne groß ins Portemonnaie zu greifen, Lebensräume für Igel, Eidechse, Mauswiesel und viele andere Wildtiere und Nützlinge schaffen können.

Beliebte Dauergäste

Es macht mich einfach glücklich, wenn sich morgens eine Eidechse in meinem Garten sonnt, am Vormittag ein Taubenschwänzchen wie ein Kolibri von Blüte zu Blüte schwebt oder man am Abend das genüssliche Schmatzen eines Igels hört. In lauen Juninächten kann ich sogar Glühwürmchen durch meinen Garten fliegen sehen, bevor sie Hochzeit halten. Mit ganz einfachen Mitteln können Sie mehr Leben in Ihr grünes Idyll zaubern. Die oberste Regel hierzu ist, dass Wildtiere und Nützlinge durch Ihre Einladung angezogen werden. Je attraktiver die Einladung, also je mehr Tierchen Sie Lebensraum anbieten, desto schneller können Sie sich über neue Gäste freuen.

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Einen Fleck Wiese stehen lassen

Die einfachste Möglichkeit ist, beim Mähen mit dem Rasenmäher ein paar Stücken auszulassen. Ob am Rand von Hecken oder einfach mitten im Garten, das bleibt Ihnen überlassen. So schaffen Sie Rückzugsorte und nicht nur für Insekten neue Nahrungsquellen. Es kann sein, dass Sie auf dem ungemähten Stück plötzlich roten und weißen Klee, Margeriten, Kamille oder Glockenblumen bewundern können. Die kleinen Oasen ziehen Besucher wie ein Magnet an.

Eine Steinmauer bauen

Immer wenn ich im Garten beim Pflanzen Steine in der Erde finde, sammle ich diese, egal welche Größe sie haben. Wie so viele hatte auch ich gefühlt keinen Platz mehr für eine Steinmauer, aber dann fand ich ein sonniges Plätzchen am Gartenzaun. Dort steht jetzt eine kleine, lose Steinmauer, die circa einen halben Meter hoch und zwei Meter lang ist. Als ich damals meinen Garten von der Vorbesitzerin übernommen hatte, wurde mir gesagt, dass es hier keine Eidechsen gäbe, weil das Klima zu rau und zu nass sei. Von wegen! Nachdem ich die Steinmauer angelegt hatte, dauerte es keine zwei Jahre, bis eine Eidechse durch meinen Garten huschte. Es reicht auch, wenn Sie die Steine einfach zu einem kleinen Haufen auftürmen. So bieten Sie auch Wildbienen, Laufkäfern, den nützlichen Zwergspitzmäusen oder auch dem seltenen Mauswiesel Unterschlupf.

Für Pflanzen-Vielfalt sorgen

Übernommen habe ich den Garten mit ausschließlich Rasen, ein paar spärlichen Obstbäumen und einer vor sich hinvegetierenden Thujahecke. Selbst wenn ein Igel vorbeigekommen wäre, ich glaube, er wäre weitergelaufen. Dann habe ich ein paar heimische Blühsträucher gepflanzt und bunte Bauernbeete mit mehrjährigen Stauden wie Fette Henne und Pfingstrosen anleget. Dazwischen habe ich Johannisbeeren, Aronia und für die Nase Muskatellersalbei und Staudenphlox gesetzt. Nach einer Weile habe ich im Garten zum ersten Mal einen Igel entdeckt, als er genüsslich an einer Nacktschnecke kaute. Ich habe mich so sehr gefreut, was für ein Erfolg – ein Igel im Garten!

Sie sehen also, schon mit kleinen Umgestaltungen können Sie der Natur etwas Gutes tun. Schreiben auch Sie sozusagen eine Einladung an Tiere und Pflanzen, die das Leben noch bunter werden lassen und uns Freude machen.

Jens May

<a href="https://www.gartenmayster.de/meine-leidenschaft"><strong>Den Grünen Daumen haben Sie, Sie müssen ihn nur benutzen.</strong></a> Ihr Jens May

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