Igel im Garten

Igel im Garten

Heute kümmern wir uns um einen nützlichen Helfer im Garten, den Igel.

Beliebte Streuner

Zwei Igelarten gibt es hier bei uns – den Braunbrustigel und den Weißbrustigel. Woran Sie die beiden unterscheiden können, das verraten schon die Namen. Aber warum finden wir Igel so sympathisch, obwohl sie doch Stacheln haben und ganz schön zubeißen können. Schon als Kind haben wir schöne Erzählungen über die Kleinen gehört und mal ehrlich – sie sehen ja auch wirklich niedlich aus und sind dazu auch noch nützlich. Sie halten ungeliebte Nacktschnecken, Mäuse und andere Getier im Zaum und gehören zu den Insektenfressern. Mit Obst oder Gemüse können Igel also nichts anfangen. In meinem Garten streunen sie gern durch die Beete und wenn sie was Fressbares gefunden haben, dann kann ich sie sogar manchmal schmatzen hören.

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Das Häuschen für den Igel

Was können wir tun, damit die Igel sich wohl bei uns fühlen und vielleicht sogar Nachwuchs bekommen? Viele denken dabei an ein gekauftes Igelhaus. Viel schöner ist es aber, sich selbst so eins zu bauen. Das Internet ist voll mit Anleitungen – ein paar Bretter und Schrauben und los gehts.
Vor Jahren habe ich so ein Igelhaus geschenkt bekommen – von meiner Mutter. Das Ding war auch schnell aufgebaut. Ich bin allerdings davon ausgegangen, dass da nie ein Igel rein geht, geschweige denn Winterschlaf drin macht. Ein bisschen Sperrholz, ein buntes Bild vorne dran und so klein – nie im Leben! Trotzdem habe ich den Kasten aufgestellt, und zwar erst mal als Deko im Rasen unter einem Baum, damit Mama sieht – Mensch dem Jungen gefällt mein Geschenk. An einem heißen Julitag habe ich auf das Igelhäuschen geschaut und gedacht, so in der ungeschützten Umgebung, da würde ich als Igel auch nicht rein wollen. Also habe ich die kleine Kiste dann zwischen die Sträucher am Gartenzaun gestellt, für alle anderen nicht mehr sichtbar, aber immerhin im Schatten.
Das Igelhaus geriet in Vergessenheit, bis meine Tochter – damals so 8 Jahre alt – an einem Septemberabend ins Haus gestürzt kam und schrie: Papa, da sind Igelbabys auf dem Rasen! Ich bin raus – und tatsächlich – fünf kleine Igel und die Mama noch dazu. Wir sind dann zu unserem Igelhäuschen gegangen, haben den Deckel kurz abgenommen und tatsächlich – ein kleines Nest, in das dann auch alle wieder rein sind. Was für ein Gedrängel in der kleinen Kiste.
Falls Sie also auch so ein Igelhaus haben – oder mal eins geschenkt bekommen, denken Sie an ein geschütztes Versteck, damit sich Igelnachwuchs auch bei Ihnen im Garten einstellen kann.

Winterschlaf

Zum Überwintern suchen sich meine Igel übrigens immer einen anderen Ort aus. Das schärfste war mal mitten im Staudenbeet zwischen zwei Lampenputzergräsern. Da lag ein kleiner Haufen Grasreste und Blätter und wie ich diese wegrechen will, habe ich eine kleine Igelkuhle entdeckt, mit einer Bettdecke aus Laub und Gras – mitten im Beet – kaum geschützt! Aber er hat den Winter durchgestanden. Wollen Sie den Igeln für den Winterschlaf etwas Gutes tun, dann geben Sie Laubhaufen oder Schnittreste in irgendeine Ecke Ihres Gartens.

Nachwuchs bei den Igeln

Meist kommt der von August bis September auf die Welt. Dann ist reichlich futtern angesagt, damit sie genug Gewicht draufbekommen, um über den Winter zu kommen. Mindestens ein halbes Kilo sollten sie dann wiegen. Wenn Sie nun so einen kleinen Nachzügler entdecken und ihn wiegen wollen – ziehen Sie auf jeden Fall Handschuhe an, denn die Igel haben viele Flöhe und andere Plagegeister im Stachelkleid. Hat der Igel dann wirklich zu wenig auf den Rippen, geben Sie ihm Katzenfutter. Und dazu bitte keine Milch – nur Wasser! Igel vertragen nämlich keine Milch, aber ich glaube, das hat sich mittlerweile rumgesprochen. Bitte füttern Sie auch nur für eine begrenzte Zeit, denn der Igel muss lernen, sich selbst zu versorgen. Wer Igel das ganze Jahr durchfüttert, tut weder den Tieren noch dem Geldbeutel einen Gefallen – nur den Schnecken, denn die frisst der Igel dann nicht mehr. Logisch, denn Katzenfutter schmeckt viel besser und ist ja auch viel bequemer zu bekommen.

Eine kleine Bitte habe ich noch für den Fall, dass Sie ein Mähroboter haben: Lassen Sie ihn nicht nachts fahren, denn für die Igel können die scharfen Messer böse enden.

Jens May

<a href="https://www.gartenmayster.de/meine-leidenschaft"><strong>Den Grünen Daumen haben Sie, Sie müssen ihn nur benutzen.</strong></a> Ihr Jens May

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