Laubhecken

Laubhecken

Nachdem wir uns beim letzten Mal mit den immergrünen Hecken beschäftigt haben, lade ich Sie heute ein, mit mir die Laubhecken zu erkunden.

Die Hainbuchen-Hecke

Wie der Name schon sagt, besteht diese Hecke aus Hainbuchen. Sie sind günstig zu bekommen, einheimisch und sehr langlebig. Sie lässt sich außerdem wunderbar in Form schneiden und verzeiht so manchen „Fehlschnitt“. Hier gilt die alte Regel: Von unten nach oben schneiden, das heißt unten breiter als oben. So kommt das Licht gut ran und die Standfestigkeit wird optimiert. Der Vorteil einer Hainbuchen-Hecke ist, sie wirft im Herbst ihr Laub nicht ab. Besonders praktisch ist das für diejenigen, die auch im Winter einen Sichtschutz mögen. Sie wächst relativ schnell und kommt mit den meisten Böden zurecht. Also, da kann man eigentlich nichts falsch machen und ist immer auf der sicheren Seite.

Werbung

Die Liguster-Hecke

Eine beliebte Hecke, die man häufig sieht. Der Name findet sich auch oft in Straßen- und Gassennamen wieder. Diese Hecke ist leicht zu pflegen, lässt sich fast alles gefallen und egal wie Sie die Hecke schneiden, sie treibt auch immer wieder schön aus und bildet im Laufe der Jahre ein undurchdringliches Dickicht. Ideal auch für viele Nützlinge im Garten. Singvögel finden hier zum einen Nistmöglichkeiten und zum anderen finden sie im Herbst und Winter in den Früchten manchmal das Letzte, was es noch zu knabbern gibt. Auch für viele Insekten ist der Liguster eine wichtige Nahrungsquelle. Die Blüten in Weiß sehen nicht nur schön aus, sondern geben auch viel Energie für Biene & Co. Vielleicht haben Sie auch schon einmal vom Ligusterschwärmer gehört? Ein großer, schöner Schmetterling, den allerdings die wenigsten schon einmal zu sehen bekommen haben, denn er ist ein Nachtfalter. Er braucht die Raupen des Liguster. Für uns Menschen ist am Liguster allerdings jeder Teil giftig. Ligusterarten, die auch im Winter ihr Laub größtenteils behalten, gibt es übrigens auch. Mein Tipp, schneiden Sie den Liguster nicht zu streng, umso mehr Blüten kann er bilden und umso voller wird die Hecke.

Die Weißdorn-Hecke

Mein absoluter Favorit ist eine Hecke aus Weißdorn. Wie der Name schon sagt, hier sind Dornen dran, aber auch diese Hecke wird sehr dicht, ist relativ günstig im Einkauf und ist eines der wichtigsten Gehölze für unsere Insekten. Was ist das Tolle an Weißdorn? Eine solche Hecke ist undurchdringlich, wenn sie ein paar Jahre alt ist. Neben ihrem Aussehen überzeugt sie auch durch Sicht- und Windschutz. Sie hat dunkle, filigrane Blätter und weiße Blüten, die viele Insekten geradezu magisch anziehen. Nicht zuletzt hat die Weißdorn-Hecke rote Beeren, die nicht nur seltene Haselmäuse und Vögel gerne mögen. Aus Weißdornfrüchten können Sie viel machen. Man kann sie roh essen, was aber nicht jedermanns Sache ist, oder auch Marmelade draus kochen. Sogar Schnaps kann daraus werden, aber das ist eine andere Geschichte. Die Blätter haben außerdem eine heilende Wirkung.

Die Naturhecke

Zum Schluss noch der Tipp für alle, die etwas mehr Platz im Garten haben. Hier empfehle ich eine Naturhecke aus mehreren Gehölzen, die zum Teil auch essbar sind, wunderbare Blüten haben und von der Menschen und Tiere profitieren. Die Kombination, die ich Ihnen vorschlage, ist eine sehr luftige Hecke, aber das macht ihren Reiz aus. Wir behalten unseren Weißdorn, nehmen Felsenbirnen dazwischen, die im Sommer wunderbar weiße Blütentrauben haben und deren Früchte wie Blaubeeren schmecken. Hinzu kommen Kornelkirschen auch ein meiner Meinung nach zu selten verwendetes Gehölz. Sie blühen als eine der Ersten und stellen für unsere Insekten einen wichtigen Leuchtturm dar. Die Früchte kann man sogar roh essen, allerdings schmecken sie ein wenig herb. Wenn sie lange genug hängen, sind sie aber in meiner Erfahrung ein Gedicht. Dann die Aronia, die im Reformhaus teuer, aber für unseren Garten recht günstig zu bekommen ist, weil sie ist nichts weiter als eine Apfelbeere. Auch hier ein paar Sträucher dazwischen pflanzen – perfekt! Greifen Sie dann noch zu Schwarzdorn (also Schlehe), Berberitze mit ihren knallroten und krachsauren Früchten und zu dem Faulbaum, den der Zitronenfalter ganz dringend zum Überleben braucht. Vielleicht noch einen Holunderbusch dazwischen pflanzen? Den sollte man sowieso auf dem Grundstück haben, denn er steht für das Leben und früher hat man sich sogar vor einem Holunderbaum verneigt.

Also, es gibt jede Menge Möglichkeiten, eine Hecke zu gestalten, nehmen Sie nur eins mit: Machen Sie es so natürlich wie möglich, davon profitieren alle und ganz besonders Ihr Garten. Und wenn es eine immergrüne Alternative sein soll, habe ich auch ein paar Empfehlungen für Sie.

Und nicht vergessen, den grünen Daumen haben Sie – Sie müssen ihn nur benutzen!

Jens May

<a href="https://www.gartenmayster.de/meine-leidenschaft"><strong>Den Grünen Daumen haben Sie, Sie müssen ihn nur benutzen.</strong></a> Ihr Jens May

Weitere Beiträge

Obstbaumschnitt kann jeder

Obstbaumschnitt kann jeder

Sonne im Garten – Licht und Schatten

Sonne im Garten – Licht und Schatten

Igel im Garten

Igel im Garten

Die Totholzhecke

Die Totholzhecke

Mein Podcast