Oleander wie im Süden

Oleander wie im Süden

Rot, Weiß, Pink, über und voller Blüten, strotzend dunkelgrünes Laub – den Anblick kennt man vor allem aus dem Urlaub im Süden, wo sich scheinbar kaum ein Mensch um den Oleander kümmert, aber es wuchert.

Der Blick in die heimischen Terrassenkübel bringt oft Ernüchterung: Der Oleander gagelt vor sich hin und wenn dann endlich mal Blüten angesetzt sind, ist auch schon wieder Ende der Terrassensaison. Im Frühling mickrig, gelb, meist eingetrocknet oder voll mit Blattläusen – die Schere für den finalen Rückschnitt ist nicht weit.

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Um Ihren Oleander zu einem Schmuckstück werden zu lassen und ihn auch so zu halten braucht es ein paar kleine Sachen: Eierschalen, Milch, Sonne und eine Sprühflasche. Vorab aber Achtung: der Oleander ist sehr giftig! Besonders der Milchsaft, der beim Schneiden rausläuft, darf nicht in Wunden, also in den Blutkreislauf kommen! Das kann sehr gefährlich werden!

Oleander aufpeppeln und kräftig halten

Das fängt schon beim Gießen an! Obwohl die meisten Pflanzen auf der Terrasse und im Garten kalkarmes Regenwasser bevorzugen, ist der Oleander dagegen süchtig nach kalkigem Wasser! Darum heißt das Wundermittel für kräftigen Oleander mit reicher Blüte auch: Eierschale!  Zerkleinern Sie jede Woche die Schale vom gekochten Sonntagsei und ab in den Topf damit – wirklich jede Woche. Sie werden staunen, wie der Oleander abgeht! Da stören auch nicht die weißen Schalen im Topf, jeder wird nur noch auf die Blüten schauen.

Der Standort vom Kübel oder Topf ist natürlich auch wichtig. Als Sonnenanbeter mag der Oleander warme Plätze mit praller Sonne den ganzen Tag über. Außerdem wichtig – immer genug Feuchtigkeit! Also die Wurzeln immer schön mit Wasser versorgen.

Die nächste Herausforderung beim Oleander ist die Überwinterung. Ein paar Minusgrade macht er noch mit, aber das Quartier muss prinzipiell frostfrei sein! Am besten hell und kühl! Dadurch fallen die Blätter nicht ab und die Pflanzen kommen immer gut durch den Winter. Hier gilt die alte Regel: Je kühler es im Überwinterungsquartier ist, desto weniger Licht braucht es, da die Lebensprozesse auch beim Oleander runtergefahren werden. Im Frühling dann geht es raus. Wichtig: erst ein paar Tage in den Schatten, damit es keinen Sonnenbrand gibt. Achten Sie immer auf noch mögliche frostige Nächte – hier braucht der Oleander einen Schutz, z.B. nah an die Hauswand ran und vielleicht noch ein Fließ drüber – oder zur Not eine Nacht ins Treppenhaus oder in die Garage.

Beim Düngen bin ich altmodisch – gute Komposterde liefert seit Jahren gute Dienste und kostet auch nichts! Hauptsache der Trick mit den Eierschalen, aber das wissen Sie ja jetzt.

Was tun gegen Schädlinge?

Sollten sich ein paar ungebetene Gäste einstellen – wie die gelbe Oleanderblattlaus, die das komplette Prachtstück enorm schädigen kann – bekommen Sie das Problem auch ohne Chemie in den Griff. Diese Blattläuse können sie nicht übersehen, dicht an dicht zu Hunderten. Mein Tipp: Wenn der Oleander aus dem Winterquartier an die frische Luft kommt, dann abwarten – das eine oder andere hungrige Vögelchen oder Raubinsekt erledigt das recht schnell. Funktioniert das nicht, nehmen Sie den kräftigen Strahl der Gartenbrause und befreien Sie die Blätter von den Plagegeistern. Zum Schluss noch ein Tipp meiner Nachbarin: Nehmen Sie eine Sprühflasche – ein Teil Wasser, ein Teil Milch – und übersprühen Sie regelmäßig ein paar Tage die befallenen Stellen. Das vertreibt die Viecher und das satte Rot strahlt wieder. Zum Schluss noch ein Tipp meiner Nachbarin: Nehmen Sie eine Sprühflasche – ein Teil Wasser, ein Teil Milch – und übersprühen Sie regelmäßig ein paar Tage die befallenen Stellen. Das vertreibt die Viecher und das satte Rot strahlt wieder.

Für Alle, die den Oleander in Form stutzen wollen: Denken Sie daran, es blüht immer nur am zweijährigen Holz. Also wenn es geht, stets etwas stehen lassen, sonst ist erst ein Jahr später wieder eine Blüte dran.

Jens May

<a href="https://www.gartenmayster.de/meine-leidenschaft"><strong>Den Grünen Daumen haben Sie, Sie müssen ihn nur benutzen.</strong></a> Ihr Jens May

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