Rosen – Königinnen unter den Blumen

Rosen – Königinnen unter den Blumen

Ob im Beet, als Bodendecker, als Hecke, an der Hauswand oder als Pergola – mit oder ohne Stacheln. Von schneeweiß über gelb und blau bis rosenrot – die Auswahl für unseren Garten ist riesig. Über 30.000 verschiedene Rosen soll es auf der Welt geben. Was in Ihren Garten kommt entscheidet Ihr Geschmack, das Platzangebot und der Zweck.

Viele angehende Gärtner haben vor Rosen riesigen Respekt – so auch ich vor mehr als 30 Jahren. Dabei können wir viel schon beim Pflanzen richtig machen. Dazu ein paar kleine Dauerpflegegriffe und fertig – schöne Rosen im Garten sind keine Zauberei!

Werbung

Wann pflanzen Sie Rosen?

Hier unterscheide ich gerne zwischen dem Zustand, in welchem Sie sich die Rose kaufen. Entweder im Pflanzcontainer oder wurzelnackt – also ohne Topf und Erde. Wurzelnackte Rosen pflanzen Sie definitiv immer im Herbst. Der Grund ist ganz einfach – der Boden ist noch warm, im Gegensatz zur Frühjahrspflanzung. Die Wurzeln können also noch gut Fuß fassen und sich eingewöhnen. Die Wasserversorgung ist gut und es verdunstet nicht so viel wie in der Sommerhitze – das ist optimal zum Anwachsen!  Damit treiben die Rosen dann auch besser aus und die ersten Blüten haben beste Voraussetzungen.

Kaufen Sie für Ihren Garten am besten Rosen im Container – dann können Sie diese das ganze Jahr über einpflanzen, vorausgesetzt der Boden ist nicht gefroren, ganz klar. Von wurzelnackter Ware bin ich aber kein Fan – da gibts keinen Übergang zwischen Topferde und Gartenerde, was auch manchmal ein Wachstumshemmer ist. Außerdem sind sie ohne Topf und Erde sind sie auch ganz einfach deutlich günstiger, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen. Achten Sie einfach drauf, dass die Wurzeln nicht angetrocknet oder gebrochen sind – da sind Sie auf der sicheren Seite.

Die Vorbereitung

Bei Rosen, die Sie nur mit nackten Wurzeln kaufen, stellen Sie diese erst mal einen Tag komplett ins Wasser, damit sich die Pflanze schön vollsaugt. Rosen im Container einfach vorher gut wässern und abgestorbene oder abgebrochene Teile vorsichtig entfernen. Schneiden Sie dann mit der Gartenschere die Triebe bis auf ca. eine Handlänge zurück – dann muss die Rose nicht so viel Kraft aufwenden für den Rest, der übrig bleibt.

Wohin pflanze ich die Rosen?

Achten Sie immer darauf, dass dort vorher keine Rosen waren. Der Boden laugt nämlich mit der Zeit aus – er wird müde. Das sieht man dann auch an den Blüten der neuen Rosenpflanzen. Das Wichtigste beim Einpflanzen ist allerdings, wie tief Sie die Rosen setzen. Das Empfindlichste bei Rosen ist die Veredlungsstelle – die erkennen sie an der Verdickung zwischen Wurzel und Stammanfang. Der Frostschutz bei Rosen beginnt schon mit dem Einpflanzen, darum die Veredlungsstelle am besten 5 cm tief in die Erde setzen. Damit haben Sie schon die halbe Miete. Kleiner Extra Tipp noch von mir für die Extra Portion Nährstoffe: eine Handvoll Hornspäne ins Pflanzloch geben und dann einpflanzen. Um gut über den Winter zu kommen sollten Sie anhäufeln – das schützt vor starken und schnellen Temperaturschwankungen und vor austrocknendem Sonnenlicht bei Kahlfrost. Häufeln Sie daher die Erde so ca. 20 cm hoch rund um die Rose an, damit Ihr Rosenstock nächstes Jahr wieder austreibt. Sie können auch gerne Komposterde nehmen – da ist dann im Frühjahr beim Abhäufeln gleich ein bisschen Dünger mit dabei. Auch gern genommen – Tannenreisig. Das schützt ebenfalls gut vor allen Witterungseinflüssen.

Die richtige Pflege

Stärken Sie Ihre Rosen, indem Sie regelmäßig Verblühtes rausschneiden – dann bleibt umso mehr Kraft für Wachstum und weitere Blüten, anstatt in die Hagebutten alles reinzubuttern – es sei denn Sie wollen die Hagebutten für Marmelade oder Gelee nutzen.

Wie tief schneiden Sie am besten ab? Nehmen Sie die Faustregel: schneiden Sie die verwelkte Rosenblüte plus 2 Laubblätter ab – das wird also nicht mehr als ein Zentimeter vom Stiel sein. Schneiden Sie tiefer, dauert es länger bis sich neue Blüten bilden. Man hat das mal bei Rosen untersucht. Wird der Stiel auf die Hälfte eingestutzt, dauerts 60 Tage bis die neue Blüte da ist. Schneiden Sie dagegen nur einen Zentimeter unterhalb der Blüte ab, sind Sie nach einem knappen Monat schon wieder im Rennen.

Ich werde auch immer wieder gefragt, wann man Rosen zurückschneidet, damit sie kräftig, gesund und schön verzweigt bleiben. Die Antwort: Im Frühjahr – und zwar in einer ganz bestimmten Zeit. Eine alte Regel besagt, dass immer so weit ist, wenn die Forsythien blühen. Das kann je nach Region schon im März oder wie bei mir – in der Nähe vom Thüringer Wald – erst Mitte April sein. Wieviel soll weg? Lassen sie eine Handlänge stehen und schneiden Sie immer oberhalb vom Trieb ab, denn der treibt dann umso kräftiger aus. Abgestorbene Triebe komplett bis kurz über den Boden abschneiden.

Gedüngt wird am besten gleich nach dem Rückschnitt im Frühjahr – mit Kompost oder Hornspänen, das hat bei mir immer ausgereicht.

Jens May

<a href="https://www.gartenmayster.de/meine-leidenschaft"><strong>Den Grünen Daumen haben Sie, Sie müssen ihn nur benutzen.</strong></a> Ihr Jens May

Weitere Beiträge

Himbeeren im Garten

Himbeeren im Garten

Kakteen im Garten

Kakteen im Garten

Obstbaumschnitt kann jeder

Obstbaumschnitt kann jeder

Sonne im Garten – Licht und Schatten

Sonne im Garten – Licht und Schatten

Mein Podcast