Sonne im Garten – Licht und Schatten

Sonne im Garten – Licht und Schatten

Wer sein Gartengrundstück geschickt gestaltet, spart Platz und gibt Beeten, Büschen und Bäumen die Chance, sich besser zu entwickeln. Neben reichlicher Ernte können Pflanzen wachsen, von denen der Nachbar sagt: Ach, hör auf – das hat hier noch nie geklappt! Sonne oder Schatten – das ist hier die Frage.

Die richtige Richtung

Fangen wir mit der Himmelsrichtung an. Beim Pflanzen behalte ich immer im Kopf, welche Stellen meines Gartens meist warm und sonnig und welche eher kühl und schattig werden im Laufe des Tages. Entscheidend ist dabei die Sonnenhimmelsrichtung – also Süden.

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Stellen Sie sich vor, Ihr Garten ist eine Theaterbühne und die Sonne ist der Zuschauer. Sie haben in der Hand, was die Sonne von der Bühne alles sehen soll. Soll sie viel sehen, dann müssen die kleinen Requisiten nach vorne und die Großen nach hinten. Soll die Sonne eher gehindert werden, auf die Bühne zu sehen, müssen die großen Bühnenteile ganz vor und der Kleinkram nach hinten. Auf unseren Garten umgemünzt: Wollen Sie es sonnendurchflutet haben, dann pflanzen Sie kleinere Gewächse auf die Südseite und große Büsche, Bäume oder ein Gartenhäuschen in nördliche Richtung. So wird wenig Schatten erzeugt und das Sonnenlicht optimal genutzt. Das merkt man ganz besonders im Frühjahr und Herbst, wenn die Sonne tiefer steht. Hier ist es wärmer und es trocknet schneller ab. Wer es schattig haben will, der gestaltet Gartenabschnitte so, dass hohe Sachen südlich platziert werden und niedrigeres Richtung Norden steht. Hier ist es dunkler, kühler, aber auch temperierter, weil es sich ohne pralle Sonne langsamer erwärmt und langsamer abkühlt das kann auch ein Vorteil sein.

Auch die Windrichtung spielt eine Rolle. Finden Sie raus, wo am ehesten der Wind herkommt. Die meisten Pflanzen und Bäume mögen keinen allzu großen Wind. Dieser kommt bei uns in Deutschland meist aus westlicher Richtung. Wer hier durch Hecken, eine Pergola oder einen Holzzaun richtig gegensteuert, kann ungebremsten Wind lindern. Auch ein Schutz gegen eisige Ost- und Nordwinde im Winter ist ein Segen für den Garten. Südwind ist meistens gut, denn er ist der mildeste von allen.

Die richtige Anordnung

Was fangen Sie nun mit den ganzen Informationen an? Und da sind wir jetzt in meinem Garten – ich bin ein großer Fan von Sonne. Nun wohne ich aber in der Nähe vom Thüringer Wald, da ist es schon mal zugig und kühl – also keine Weinbauregion.

Um den Wind im Zaum zu halten, hab ich an die Grundstücksgrenze Hecken gepflanzt – eine Investition, die sich gelohnt hat. Richtung Süden ist sie niedrig – so hüfthoch – ansonsten maximal zwei Meter. Hier wachsen Eiben, Weißdorn, Kornelkirsche und viele mehr. An der Nordseite stand damals schon eine recht hohe Hecke aus Lebensbäumen. Ich bin zwar kein Fan, aber Sie erfüllen ihren Zweck als Windschutz bis heute. Vor diese Hecke auf der Nordseite habe ich die großen Obstbäume gesetzt, die ich haben wollte. Die sind mittlerweile stattlich hoch, werfen ihren Schatten aber nicht auf das Grundstück, sondern auf die kleine Zufahrtsstraße. Also keinen Strahl der Sonne vergeudet! Auch Empfindlicheres wie Aprikose, Pfirsich und Reneklode, was sonst keiner bei mir in den Nachbargärten hat, macht sich hervorragend. Der Grund – natürlich die Sonne, aber auch die Hecken rundum, die den Wind abfedern. So entsteht ein positives mildes Kleinklima, geschaffen, nur durch die entsprechende Anordnung von Gehölzen.

Auch ein Gefälle im Garten kann man nutzen. Meine Süßkirschen stehen oberhalb, weil Süßkirschen lieber trockene Füße haben wollen und nicht, wie Pflaumen und Zwetschgen, auch mit nassem Boden zurechtkommen.

Spielen Sie mit Licht und Schatten, sagen Sie dem Wind wo es lang geht und Ihr Garten wird sich so entwickeln, wie Sie es vorgeben.

Jens May

<a href="https://www.gartenmayster.de/meine-leidenschaft"><strong>Den Grünen Daumen haben Sie, Sie müssen ihn nur benutzen.</strong></a> Ihr Jens May

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